Weltkulturerbe Limes

 

Unterwegs am Limes in Obertiefenbach

Obertiefenbach wird zusammen mit Bettendorf in der Merenbergschen Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1163 erstmals urkundlich erwähnt. Aus dem Jahre 1774 stammt die Evangelische Jakobskirche, die auch für Bettendorf zuständig ist.

Das Alter ihrer Fundamente geht bis in die Zeit um 1163 zurück. Der Limes durchläuft auch die Gemarkung der Ortsgemeinde Obertiefenbach und bildet auch die Ortsgrenze zu Bettendorf.

Der idyllische Ort mit einigen vorbildlich restaurierten Bauern-häusern unweit der Bäderstraße gelegen, ist Ausgangspunkt für Wanderungen ins romantische Hasenbachtal und zum Loreley-Aar-Radweg von St.Goarshausen nach Hahnstätten / Zollhaus. Auf der "Weißler Höhe" findet man noch erhaltene Ringwälle, welche Beweise für eine keltische Fliehburg sind.

Gastronomie im Ort sowie im Hasenbachtal (Mühlenbäckerei mit Übernachtungsmöglichkeit)

Quelle: Limes Atlas Unsesco Welterbe

 

Von Pohl bis Holzhausen

Nach der Biegung um Pohl verläuft der Limes östlich entlang der unter Napoleon angelegten Bäderstraße (B260). Über den Höhenrücken zwischen Mühlbach und Hasenbach führt er nach Südosten in Richtung Holzhausen. Er folgt dem alten Höhenweg vom unteren Lahntal in das Rhein-Main-Gebiet. Zu beiden Seiten dieses Weges liegen die vorgeschichtlichen Grabhügelfelder, wie die mittlerweile durch Kiesabbau zerstörten Grabhügel im Singhofener Wald und die sich anschließenden Gruppen vom Grabhügeln im Hunzler Wald westlich von Lollschied, im Pohler Wäldchen und im Kohlwald bei Obertiefenbach, im Miehlener Wald nordöstlich des Pfarrhofen-Berges und im Wald südöstlich von Holzhausen.

 

 

 

 

 

Kohlwald südöstlich von Obertiefenbach WP2/27

Im Bereich des Kohlwaldes verläuft der Limes in fast südliche Richtung. Die Überreste des Steinturmes und der Holztürme von Wachposten 2/27 sind heute noch erhalten, aber wegen des sehr dichten Bewuchses kaum zugänglich. Unmittelbar hinter einer Unterbrechung im Limeswall und Limesgraben lag der Steinturm mit einer Grundfläche von 6,28m x 5,65m. Südlich davon befanden sich zwei Holztürme. Zuerst stand der kleine viereckige Holzturm. Zu Ihm gehörten die vier Pfostenlöcher mit Seitenabstand von 2,35m und 2,5m mitten in einem einem Ringgraben von 12m Durchmesser. Die vier größeren Pfostenlöcher sind die Überreste eines größeren Holzturms, der später an der Stelle des kleineren erbaut wurde. Seine Holzpfosten hatten ein Abstand von 4,9m zueinander. Dieser Turm wurde von dem größeren Ringgraben mit 19,5m Durchmesser umschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entlang der Bäderstraße (B260) bis Holzhausen sind die Anlagen des Limes nur in den Waldabschnitten sichtbar erhalten. Der Wachposten 2 /24 ist noch nicht entdeckt, er wird in den Feldern östlich von Pohl und Obertiefenbach vermutet. Südöstlich davon im Pohler Wäldchen bildet der Limesgraben bis zur Anhöhe der Gemarkungsgrenze von Pohl und Obertiefenbach. Hier oben liegen die Überreste des Wachpostens 2/25 mit einem Steinturm und einer älteren Holzturmanlage an einem Waldweg, der heute noch an dieser Stelle durch den ehemaligen Limesdurchgang führt. Von hier bis zum Waldrand verläuft der Limes nun auf der Gebietsgrenze zwischen Obertiefenbach und Bettendorf. Die vorgeschichtlichen Hügelgräber im Pohler Wäldchen durchzieht er, ohne auf ihre Lage Rücksicht zu nehmen. Vor dem Wachposten 25/2 führt die ehemalige Holzpalisade über den Fuß eines großen Grabhügels hinweg, und weiter südöstlich durchschneidet der Limes heute noch deutlich sichtbar einen weiteren Grabhügel.

Bilder und Texte auf dieser Seite stammen unter anderem aus dem Buch " Der römische Limes in Rheinland - Pfalz" und wurden von Herrn Cliff Alexander Jost, Archäologische Landesdirektion Koblenz, dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.