Historisches aus der Gemeinde Obertiefenbach


Alle nachfolgenden Angaben nach Recherchen aus Archiven und Urkunden von Andreas Gieß und Wilhelm Schülein, anlässlich der 850-Jahrfeier  unserer Gemeinde. Zum Jubiläum im Jahre 2013 erschien eine kleine bebilderte Chronik. Aus dieser Chronik sind die nachfolgenden Teile entnommen. Diese 118 Seiten starke Broschüre ist noch in der Gemeindeverwaltung vorrätig und kann dort zum Selbstkostenpreis erworben werden.


1163 – Urkundliche Ersterwähnung Obertiefenbachs durch Erzbischof Hillin von Trier. In dieser Urkunde wird auch der Hof Spriestersbach (ehemaliges Klostergut           Brusterbach) erwähnt. Eigentümerin unserer Gemeinde ist Kloster Arnstein. Obertiefenbach besitzt schon eine Kirche aus Stein und im Turm befindet sich die            „Marienglocke“ aus dieser Zeit, die heute noch in unserem Gotteshaus die Stunde schlägt und zum  „Vater unser“ bei Gottesdiensten eingesetzt wird.


1200 – Die nassauischen Grafen teilen ihre Grafschaft in Nassau-Dillenburg und Nassau-Idstein auf. So entstand die ottonische und walramische Linie. Unsere             Gemeinde gehörte zur Grafschaft Nassau-Idstein, südlich der Lahn.


1260 – Die Grafenbrüder von Katzenelnbogen Diether V. und Eberhard I. teilten sich Ihren Besitz im Einrich zu gleichen Teilen – mit den beiden Grafen von Nassau            entsteht das Vierherrengericht auf dem Einrich.


1358 – Erste Erwähnung eines Pfarrers in Obertiefenbach. Pfarrer Heinrich.


1575 – Urkundliche Ersterwähnung der Plätzer Mühle: „Muhlen unterhalb Redart“ in einer Kellerei Rechnung der Finanzstelle Bergnassau.


1618 – 30jähriger Krieg. Obertiefenbach wird zu großen Teilen zerstört. Nur drei Familien oder Hausvorstände überleben, unter ihnen der Müller der Plätzer Mühle.


1649 - ab diesem Jahr wird auch die marode Plätzer Mühle wieder aufgebaut und nach und nach auch unser Dorf. Die Kirche wird zum Teil instand gesetzt.


1774 – Unsere Kirche ist nun nach langen Jahren der Sanierung fertiggestellt. Das Vierherrische Gericht wird aufgelöst.


1817 – Eine neue Schule neben der Kirche wird errichtet und auch das Rathaus mit einem im Inneren gelegenen Backhaus. Ebenso erhält der Gemeinde Schaf-Hirte

           ein neues Schäfer Haus.


1832 – Die Kirche erhält eine neue Orgel im Stil des Biedermeier-Klassizismus der Gebrüder Embach aus Rauenthal. Finanziert wird das  Instrument durch            Holzabgaben der Gemeinde und durch die Kirchengemeinde.


1866 – Obertiefenbach wird durch Auflösung des Nassauischen Herzogtums preußisch.


1886 – Gründung des Männergesangvereins Obertiefenbach. Erster Dirigent bis 1914 ist Lehrer H. Schaab.


1895 – Unsere Jakobuskirche wird grundlegend renoviert.


1917 – Zwei der drei Glocken unserer Kirche werden zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Die Marienglocke bleibt weiterhin erhalten.


1920 – In der Gemeinde werden die ersten Stromleitungen verlegt.


1923 – Aus dem Wasserhochbehälter am Kohlwald fließt erstmals Wasser durch die neuen Leitungen Obertiefenbachs. Heinrich Vales war der erste Einwohner mit            fließendem Wasser.


1934 – Nach 17 Jahren Wartezeit erhält unsere Kirche zwei neue Glocken. Lehrer Berthold Ermert schreibt ein Gedicht und Lied „Mein Obertiefenbach“.


1935 – Im Hasenbachtal, an der Straße zum Hof Spriestersbach, wird ein Schwimmbad von 23.3 Metern Länge, trapezförmiger Breite, vorne 10,75 Meter und hinten            13,20 Meter Breite, errichtet. Aufgeteilt in Plansch- und Schwimmbecken mit Umkleidekabinen.


1943 – Zwei der drei Glocken aus der Kirche werden für Kriegszwecke eingeschmolzen. Wiederum bleibt die Marienglocke erhalten.


1952 – Am Friedhof wird ein Ehrenmal zum Gedenken der Gefallenen des 2. Weltkrieges eingeweiht.


1956 – Unsere Kirche erhält wieder zwei neue Glocken. Die Einweihung ist am 17. Juni.


1983 – Die neue Gemeindehalle wird eingeweiht. Ein Konzert mit Slavko Avsenik und seinen Original Oberkrainern aus Slowenien findet statt.



Weitere Einzelheiten zur Historie bis in die heutige Zeit entnehmen Sie der Broschüre.


Erhard Back, Ortsbürgermeister

Obertiefenbach im Taunus